Sesamstraße: Gleiche Bildung für alle?

Die Sesamstraße sollte Kinder bilden und sie alle auf einen Stand bringen. Das ging jedoch mächtig schief.

Die Sesamstraße sollte Kinder bilden und alle auf einen Stand bringen. Das ging jedoch mächtig schief…

Das ABC, zählen und schreiben sollten die Kleinen von ihr lernen. Die Sesamstraße unterrichtete als frühe Form des Bildungsfernsehens Kinder, die von den Eltern wenig mitbekommen. Sie sollten damit den Anschluss an die höheren Schichten finden, damit die Wissenskluft sich schließt.

Stärkung der Kluft durch mehr Input

Fernsehen KinderDas ging jedoch nach hinten los. Eltern aus der höheren Bildungsschicht waren begeistert von der Sesamstraße und setzten ihre Kinder ebenfalls davor. Diese kamen somit in den doppelten Bildungsgenuss, was die Wissenskluft vergrößerte. Ähnliches lässt sich durch das steigende Informationsangebot im Internet feststellen: laut Forschung vergrößert sich die Wissenskluft auch hier mit steigendem Informationsangebot, man spricht vom „Digital Divide“.

Müssen alle gleich viel wissen?

Geforscht wird allerdings mit Themen, in denen sich die höher gebildete Schicht natürlicherweise besser auskennt. Laut Prof. Dr. Uwe Hasebrink von der Uni Hamburg würde sich die Kluft womöglich umkehren, wenn man nach dem Wissen der Schichten über Gewerkschaftsthemen fragt.
Außerdem: wo steht geschrieben, dass Wissensunterschiede negativ sind? Müssen wir unbedingt alle gleich viel wissen, damit die Gesellschaft funktioniert? Praktische Beiträge wie Häuser errichten sind doch genau so viel wert – und ein gewisser Pluralismus ganz in unserem Sinne.

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